Tödliche Fischfarmen

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Welternährungsorganisation hat festgestellt, dass fast die Hälfte des weltweit verzehrten Fischs nicht wild gefangen, sondern in Fischfarmen gezüchtet wird. Der Verbrauch keiner anderen Fischart dürfte dabei so in die Höhe geschnellt sein wie der der Zuchtlachse, deren Produktion in 20 Jahren um nahezu 300% angestiegen ist.

Lachse jedoch sind Fleischfresser, und um den unersättlichen Appetit dieser Unmengen gezüchteter Speisefische zu befriedigen, hat die Aquakulturbranche ihre Aufmerksamkeit zunehmend einem kleinen Krustentier zugewandt, das gemeinhin als antarktischer Krill bezeichnet wird. Dies jedoch ist eine schlechte Nachricht für Seeleoparden und Adeliepinguine, Buckel- und Blauwale sowie viele andere Tierarten. Die meisten Organismen im Ökosystem des antarktischen Meeres nämlich ernähren sich entweder vom Krill oder von Lebewesen, die sich ihrerseits von Krill ernähren.

Der in den kalten Gewässern des Südlichen Ozeans anzutreffende Krill ist ein wichtiger Bestandteil im Fischöl und im Fischfutter. Unglücklicherweise deuten jüngste Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Ausweitung der Krillfischerei das antarktische Ökosystem gefährdet. Die Vertreter der bedeutenden Fischfangnationen der Welt haben bei ihrem Treffen in diesem Herbst in Australien Gelegenheit, den Krillfang zu beschränken und so jenen Tieren zu helfen, die, um zu überleben, auf den Krill angewiesen sind.

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