Traders crowd at NYSE Spencer Platt/Getty Images

Steht ein Bärenmarkt bevor?

NEW HAVEN – Nach einer Phase des starken Gewinnwachstums und sehr geringer Volatilität ist der aktuelle US-Aktienmarkt von einer scheinbar ungewöhnlichen Kombination überaus hoher Bewertungen geprägt. Was sagen diese vermeintlich widersprüchlichen Botschaften über die Wahrscheinlichkeit aus, dass sich die Vereinigten Staaten in Richtung eines Bärenmarktes bewegen?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf die Bärenmärkte der Vergangenheit werfen. Und dazu ist eine genaue Definition dessen erforderlich, was einen Bärenmarkt ausmacht. Die Medien von heute beschreiben einen „klassischen“ oder „traditionellen“ Bärenmarkt als einen Rückgang der Aktienkurse um 20 Prozent.

Diese Definition scheint in keinem Medium vor den 1990er Jahren auf und es bestehen keine Hinweise darauf, wer für diese Definition verantwortlich ist. Möglicherweise hat sie ihren Ursprung in der Erfahrung des 19. Oktober 1987, als der Aktienmarkt binnen eines einzigen Tages um etwas über 20 Prozent einbrach. Versuche, den Begriff mit der Geschichte des „Schwarzen Montags“ zu verbinden, könnten zu dieser 20-Prozent-Definition geführt haben, die Journalisten und Redakteure im Anschluss vermutlich einfach voneinander abschrieben.

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