Trump in Europe Joe Raedle/Getty Images

Trumps Geschenk an Europa

OXFORD – Unlängst sind die amerikanischen Teilnehmer einer Konferenz in Frankreich von der Behauptung einiger ihrer europäischen Gastgeber überrascht worden, Donald Trump könne für Europa gut sein. Da Trump anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg erneut in Europa zu Gast sein wird, ist die Frage interessant, ob sie recht haben könnten.

Die meisten Beobachter sind sich einig, dass Trumps Präsidentschaft entsetzlich für Europa ist. Er scheint die Europäische Union geringzuschätzen. Verglichen mit seiner Freundschaft zum autoritären türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan oder seiner Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ist seine Beziehung zur deutschen Bundeskanzlerin Angel Merkel eher kühl.

Außerdem begrüßt Trump den bevorstehenden Austritt der Briten aus der EU. Bei seinem ersten Zusammentreffen mit Premierministerin Theresa May soll er beschwingt gefragt haben, welches Land als nächstes gehen wird: „Who’s next?“ Auch hat er sich Zeit damit gelassen, Artikel 5 des Nordatlantikvertrages anzuerkennen (die Beistandspflicht der NATO); er ist aus dem Klimaabkommen von Paris ausgestiegen, das in Europa hochgeschätzt wird, und er hat die Zahlungen der USA an die Vereinten Nationen gekürzt, die umfassende europäische Unterstützung genießen.

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