Skyscraper in Beijin VCG/Getty Images

Wie Amerika und China voneinander abhängig sind

NEW HAVEN – US-Präsident Donald Trump, der mit der ganzen Welt im Streit zu liegen scheint, hat wieder einmal die Möglichkeit eines Handelskriegs gegen China auf den Tisch gebracht. Am 14. August wies er den US-Handelssonderbeauftragten an, eine Untersuchung der chinesischen Verletzungen intellektueller Eigentumsrechte einzuleiten. Im Rahmen von Absatz 301 des US-Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 könnte die Trump-Regierung die Importe aus China daraufhin mit hohen und umfassenden Strafzöllen belegen.

Eine solche Entwicklung bliebe allerdings nicht folgenlos. Auch wenn die Vorwürfe gegen China stimmen, hätten Strafzölle laut dem jüngsten USTR-Bericht über Chinas Befolgung der WHO-Regeln an den Kongress auf die Unternehmen und Konsumenten der USA ernste Auswirkungen. Dies ist, ob wir es wollen oder nicht, eine unvermeidliche Folge der tiefen Abhängigkeitsbeziehung zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften.

Ändert in einer menschlichen Beziehung, die von gegenseitiger Abhängigkeit geprägt ist, eine der beiden Seiten die Bedingungen, fühlt sich die andere übervorteilt und reagiert entsprechend. Dies trifft auch auf Volkswirtschaften und ihre Politiker zu. Also ist es im Rahmen eines Handelskonflikts wichtig, über Wechselwirkungen nachzudenken – insbesondere über die chinesische Reaktion auf eine amerikanische Maßnahme. Tatsächlich war dies genau der Punkt, den das chinesische Handelsministerium in seiner offiziellen Antwort auf Trumps Vorstoß betonte: China, so hieß es, werde, „alle angemessenen Maßnahmen ergreifen, um seine legitimen Rechte zu schützen“.

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