china trade Kevin Frayer/Stringer

Funktioniert der Fokus auf bilaterale Handelsungleichgewichte?

CAMBRIDGE – Politiker und Ökonomen haben eine sehr unterschiedliche Sicht auf Handelsungleichgewichte. Nehmen wir das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten. Ökonomen betonen, dass das gesamte Handelsbilanzdefizit der USA mit der übrigen Welt das Resultat der US-Innenpolitik und nationaler Maßnahmen ist. Einfach ausgedrückt: Wenn die USA insgesamt mehr investieren als sparen, muss es die Differenz aus dem Rest der Welt importieren und so entsteht das vorhandene Handelsdefizit.

Politiker (und die Allgemeinheit) konzentrieren sich hingegen eher auf bilaterale Handelsdefizite mit einzelnen Ländern, wie etwa das 300 Milliarden Dollar schwere Ungleichgewicht zwischen den USA und China. Sie schreiben der chinesischen Politik die Schuld am bilateralen Defizit zu, die die Einfuhr von US-Produkten behindert und chinesische Exporte in die USA subventioniert.

Ökonomen erklären, dass diese Politik zwar die Zusammensetzung des US-Handelsungleichgewichtes beeinflusst, nicht aber seine Höhe. Wenn China seine Handelspolitik so ändern würde, dass sich das bilaterale Defizit verringert, würde das US-Handelsdefizit mit einem anderen Land steigen oder sein Überschuss mit einem anderen Land würde schrumpfen. Insgesamt würde sich das US-Handelsbilanzdefizit mit der Welt jedoch nicht verändern.

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