Der Gott des Leidens?

PRINCETON:  Leben wir in einer Welt, die von einem allmächtigen, allwissenden und vollkommen guten Gott erschaffen wurde? Die Christen glauben das. Doch wir werden täglich mit einem triftigen Grund konfrontiert, daran zu zweifeln: Auf dieser Welt herrscht nämlich ein immenses Maß an Schmerz und Leiden. Wenn Gott allwissend ist, weiß er auch um dieses Leid. Wenn er allmächtig ist, hätte er eine Welt mit weniger Schmerz und Leid erschaffen können – was er wohl auch getan hätte, wenn er vollkommen gut wäre.

Christen antworten darauf normalerweise, dass uns Gott den freien Willen geschenkt hat und daher für die bösen Taten des Menschen nicht verantwortlich ist. Das allerdings erklärt noch nicht das Leiden derer, die bei Überschwemmungen ertrinken, in Waldbränden, die durch Blitzschlag ausgelöst wurden, bei lebendigem Leib verbrennen oder derjenigen, die während einer Dürreperiode verhungern oder verdursten.

Manchmal versuchen Christen, dieses Leiden zu erklären, indem sie darauf hinweisen, dass alle Menschen Sünder sind und daher ihr Schicksal verdienen, selbst wenn es sich um ein entsetzliches Schicksal handelt. Aber ebenso wie Erwachsene leiden und sterben auch Babys und Kleinkinder bei Naturkatastrophen und es erscheint ausgeschlossen, dass sie Leid und Tod verdienen.

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