Marco Longari/AFP/Getty Images

Die Erfassung von Afrikas unsichtbaren Arbeitern

YAMOUSSOUKRO – Die Entwicklungshilfe in Milliardenhöhe, die Afrika jährlich erhält, mag dem Kontinent viel Gutes tun, doch das Problem der Armut kann sie nicht lösen. Das können nur zusätzliche hochwertige Arbeitsplätze. Die Frage ist, wie.

Dank seiner jungen Bevölkerung, die sich bis 2050 auf über 830 Millionen verdoppeln dürfte, verfügt Afrika über ein großes Reservoir kreativer Arbeitskräfte. Für die Volkswirtschaften auf dem Kontinent sollte dies ein Segen sein. Doch stehen Afrikas Politiker vor einem ernsten Problem: Sie wissen nicht, mit wie vielen Menschen sie es zu tun haben, wo diese leben oder wie sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Kurz gesagt, sie haben nicht genügend Daten.

In 46 der 54 afrikanischen Länder werden Bevölkerungsstatistiken wie Geburt, Heirat und Tod nur in gegrenztem Umfang offiziell erfasst. So lebt laut Angaben der Mo Ibrahim Foundation nur „ein Drittel aller Afrikaner in einem Land, wo seit 2010 eine Volkszählung durchgeführt wurde“, und wo doch Volkszählungsprogramme bestehen, sind sie häufig unterfinanziert und unzuverlässig. Mehr als die Hälfte aller Afrikaner lebt in Ländern, in denen seit mindestens einem Jahrzehnt keine Erhebungen zur Erwerbsbevölkerung durchgeführt wurden.

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