Hungrig nach Wissenschaft

AMSTERDAM – Im Mekong-Delta erwirtschaften Bauern in der Trockenzeit sechs bis sieben Tonnen Reis pro Hektar und in der Regenzeit vier bis fünf Tonnen, indem sie schnell reifende Reissorten verwenden, die bis zu drei aufeinander folgende Ernten im Jahr ermöglichen. Westafrikanische Reisbauern dagegen ernten nur etwa 1,5 Tonnen pro Hektar traditionellen Hochlandreises im Jahr, und andere Getreidesorten erbringen nicht mehr als eine Tonne – eine Menge, die vergleichbar mit der im mittelalterlichen Europa ist.

Solche Disparitäten müssen nicht sein. Tatsächlich hat die Verbreitung landwirtschaftlicher Technologien – von effizienteren Maschinen bis hin zu robusteren oder ertragreicheren Pflanzensorten – das Potenzial, die Produktivitätslücke entscheidend zu verkleinern, und dies sogar dann, wenn die Unterschiede bezüglich Klima und Produzenten gleich bleiben.

Beispielsweise sorgt eine neue Art von afrikanischem Hochlandreis, Nerica, für eine Verdreifachung der jährlichen Erträge. Ebenso haben verbesserte Aufzuchtmethoden, qualitativ hochwertigeres Futter und bessere tierärztliche Versorgung dazu geführt, das die weltweite Milchproduktion sich mehr als verdoppelt hat. Trotzdem bleiben die regionalen Unterschiede hoch: Kühe in der Niederlanden können jährlich etwa 9.000 Liter Milch erzeugen, während Zebus in den Tropen nur etwa 300 Liter schaffen.

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