Tötet die „Heilung“ von Krebs die Patienten?

TAMPA – Patienten und Politiker fordern zunehmend ein „Heilmittel” für Krebs. Allerdings könnte sich die Kontrolle der Krankheit als bessere Strategie erweisen, als die Jagd nach einem Heilmittel. 

Vor einem Jahrhundert stellte der deutsche Nobelpreisträger Paul Ehrlich sein Konzept der „magischen Kugeln“ vor – Substanzen, die so zusammengestellt sind, dass sie Tumorzellen oder krankheitserregende Keime ins Visier nehmen und abtöten, ohne normale Körperzellen zu beeinträchtigen.  Der Erfolg der Antibiotika fünfzig Jahre später schien Ehrlichs Idee zu bestätigen.  Die Siege der Medizin über Bakterien waren von so großem Einfluss, dass der „Krieg gegen den Krebs“ immer noch von der Annahme ausgeht, dass eines Tages magische Kugeln gegen Krebszellen zur Verfügung stehen werden, wenn die Suche danach nur intelligent und gewissenhaft genug durchgeführt wird.

Jedoch weisen gewisse Erkenntnisse aus dem Umgang mit exotischen Arten sowie jüngste mathematische Modelle der evolutionären Dynamik eines Tumors darauf hin, dass die vollständige Vernichtung der meisten Tumorarten unmöglich sein könnte. Auch schon ein entsprechender Versuch kann das Problem womöglich verschärfen.  

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