boccaletti9_BERND LAUTERAFP via Getty Images_german floods BERND LAUTER/AFP via Getty Images

Wenn der politische Damm bricht

LONDON – In weiten Teilen Europas kommt es zu Überschwemmungen, und der amerikanische Westen wird von Hitze, Bränden und Dürren heimgesucht. Wohlhabende Länder erleben gerade, was Entwicklungsländer schon immer wussten: die Klimaveränderung kann schnell unbeherrschbar werden, wenn wir unsere Kontrolle über das Wasser verlieren.

Nach den Katastrophen dieses Sommers haben politische Führungspersönlichkeiten von Kanzlerin Angela Merkel bis hin zur Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, pflichtgemäß zu einer Beschleunigung des weltweiten Kampfs gegen den Klimawandel aufgerufen. Die Senkung der Treibhausgasemissionen ist zwar dringend erforderlich, reicht aber nicht aus. Der Verlust der Wassersicherheit in wohlhabenden Gebieten ist nicht nur ein Beweis für den Klimawandel, sondern auch für ein umfassenderes politisches Versagen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren alle Menschen regelmäßig mit schwierigen klimatischen Bedingungen konfrontiert. Der Westen der Vereinigten Staaten etwa war für Menschen, die an mildes Klima gewöhnt waren, weitgehend unbewohnbar. Von den Obstplantagen im kalifornischen Imperial Valley war noch keine Rede, der fruchtbare Boden präsentierte sich als sonnengedörrte Kruste, auf der nichts angebaut werden konnte. Bei den heutigen Städten in den Wüsten der Region - San Diego, Los Angeles, Las Vegas, Phoenix – handelte es sich um wasserlose Außenposten, die nicht einmal annähernd in der Lage gewesen wären, ihre heutigen Einwohnerzahlen diesbezüglich zu versorgen.

We hope you're enjoying Project Syndicate.

To continue reading and receive unfettered access to all content, subscribe now.

Subscribe

or

Unlock additional commentaries for FREE by registering.

Register

https://prosyn.org/0kvCaoQde