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Die „Entgrünung“ der Welt

Alle Menschen, denen ich begegne, behaupten, Bäume zu lieben – ich meine Bäume wirklich zu lieben –, dennoch verhält sich die Menschheit als Ganzes so, als würde sie alles Grüne verabscheuen. Wenn Sie einen Schritt zurücktreten aus dem Biom, in dem Sie sich gerade befinden, und die gesamte Erde und ihre Wälder im Laufe der Geschichtsschreibung betrachten, so werden Sie feststellen, dass die Beziehung zwischen Menschen und Bäumen „auf merkwürdige Weise wie Krieg“ aussieht (die englische Entsprechung Strangely Like War ist der Titel eines vor kurzem erschienen Buches über Wälder von Derrick Jensen und George Draffan).

Es ist schwierig, das genaue Ausmaß der Schäden zu bestimmen, da viele Jahre lang keine Aufzeichnungen gemacht wurden, doch wird geschätzt, dass 75 % der ursprünglichen Wälder von Menschen gefällt oder niedergebrannt wurden. Einige von ihnen sind selbstverständlich nachgewachsen oder wurden wieder aufgeforstet, doch nimmt man an, dass wir derzeit nur halb so viel Wald wie früher auf diesem Planeten haben.

An einigen Stellen, besonders in den trockeneren Gegenden der Welt, war die Entwaldung so heftig und von einer derart intensiven Beweidung gefolgt, dass die Wälder nicht wieder nachwachsen konnten. Die Landschaft wurde dauerhaft verändert.

Wenn Sie sich Griechenland, Italien und den Irak vorstellen, denken Sie wahrscheinlich an eine trockene Landschaft mit offenem Ausblick, so wie diese Länder heute aussehen. Geschichtliche Aufzeichnungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Länder einst von dichten Wäldern überzogen waren. Die Wälder verschwanden, als die Zivilisationen florierten, je eher eine Gegend also „zivilisiert“ wurde, desto eher wurde sie entwaldet.