Arzneimittelsicherheit ernst nehmen

Gesundheitsrisiken – Kernreaktoren, Waffen und verseuchte Lebensmittel – umgeben uns alle, deshalb übernehmen Regierungen bei der Begrenzung dieser Risiken durch Vorschriften eine aktive Rolle, was in vielen Fällen sehr erfolgreich geschieht. Doch liegt bei der Sicherheit verschreibungspflichtiger Medikamente eine völlig andere Situation vor. Was den Schutz der Allgemeinheit angeht, ist die Arzneimittelsicherheit das vernachlässigte Stiefkind der Behörden.

Das Problem ist enorm groß. In den Vereinigten Staaten allein sterben jedes Jahr schätzungsweise bis zu 100.000 Patienten an schweren Medikamentennebenwirkungen. Wenn die Zahl stimmt, stellen medikamentös bedingte Sterbefälle die viert- oder fünfthäufigste Todesursache dar (je nach verwendeten Sterblichkeitsschätzungen). Außerdem haben die unmittelbaren, jährlichen Krankenhauskosten, die auf Medikamentennebenwirkungen zurückzuführen sind, Dollarbeträge in Milliardenhöhe erreicht, wobei das von Nebenwirkungen verursachte Leid, das nicht zu einem Krankenhausaufenthalt (oder zum Tod) führt, nicht berücksichtigt wird.

Man muss die Schwierigkeiten bei der Bestimmung von Ursache und Wirkung anerkennen. Es ist unter Umständen schwierig festzustellen, ob der Tod oder der Krankenhausaufenthalt eines Patienten auf ein bestimmtes Medikament, die zugrunde liegende Krankheit oder eine Kombination aus beiden zurückzuführen ist. Doch macht dies die Arzneimittelsicherheit umso wichtiger.

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