Grünes Wachstum

Als die Staats- und Regierungschefs der Welt vor vier Jahren am Millenniumsgipfel zusammentrafen, einigten sie sich auf eine Reihe von Zielen, die darauf ausgerichtet waren, die Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Auch im ökologischen Bereich wurden Zielvorstellungen formuliert, denn man war sich bewusst, dass die Umwelt von zentraler Bedeutung für das langfristige wirtschaftliche Wachstum, die Entwicklung der Menschheit und die Stabilität des Planeten ist. Heute, zehn Jahre bevor die Ziele des Jahres 2015 erreicht werden sollen, stehen wir allerdings vor dem Problem, dass der Fortschritt im Umweltbereich alarmierend langsam vor sich geht.

Der im Montreal-Protokoll festgelegte schrittweise Ausstieg aus der Produktion von Ozon zerstörenden Substanzen beispielsweise zeigt, was erreicht werden kann, wenn die internationale Gemeinschaft zusammenarbeitet. Dank dieses Protokolls werden schätzungsweise bis zu 20 Millionen Menschen weniger an Hautkrebs und 130 Millionen weniger an grauem Star erkranken.

Derartige Erfolge sollten uns ermutigen. Nun müssen wir allerdings unsere Taten auf das Ausmaß der Herausforderung abstimmen. Unsere Welt ist nicht nur aus dem Gleichgewicht geraten, sie ist gefährdet. Die Abholzung der Wälder weitet sich aus. Allein in den letzten zehn Jahren gingen beinahe 100 Millionen Hektar Waldfläche verloren - ein großer Teil deshalb, weil Millionen armer Bauern in Afrika und Lateinamerika gezwungen sind, Wälder zu roden, um an Ackerland oder Energie zu kommen.

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