Madonna und die Kinder Afrikas

Für gewöhnlich macht Madonna nur in der weltweiten Boulevardpresse Schlagzeilen. Ihre Adoption eines Jungen aus Malawi aber, dessen Mutter verstorben ist und dessen Vater, ein Bauer, ihn nicht ernähren konnte, hat die Meinungsseiten ernst zu nehmender Zeitungen überall beschäftigt. Ihre Entscheidung hat den Bekanntheitsgrad Malawis – eines durch periodisch wiederkehrende Lebensmittelknappheit und jahreszeitlich bedingte Hungersnöte geprägten Landes – deutlich erhöht.

Derzeit nun läuft in Malawi und andernorts ein wichtiges Experiment, das dazu beitragen könnte, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern – sodass arme Bauern ihre Kinder nicht länger zur Adoption freigeben müssen.

Die Einstellungen der afrikanischen Regierungen hinsichtlich der Bedeutung der Landwirtschaft haben in den letzten Jahren eine grundlegende Veränderung durchlaufen. Einst trieben Afrikas Führungen die Industrialisierung auf Kosten der Landwirtschaft voran, wobei der Durchschnittsbauer mit schöner Regelmäßigkeit ignoriert wurde. Heute zeigen sie einen neuen Respekt für die Ackerbauern, denn sie haben erkannt, dass der schnellste Weg aus der extremen Armut für die kleinen Leute in der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und der Preise von Anbauprodukten liegt.

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