macron supporters David Ramos/Getty Images

Ein Zauberer für Frankreich?

WASHINGTON, DC – Bei den französischen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Monat hat Emmanuel Macron das sprichwörtliche Kaninchen aus dem Hut gezaubert. Allen Erwartungen zum Trotz hat sich der unabhängige Kandidat der Mitte mit einem eindeutigen Vorsprung gegen die rechtsextreme Populistin Marine Le Pen durchgesetzt – und nebenbei die alte Garde des französischen Establishments bezwungen. Sein nächstes Kunststück wird offenbar darin bestehen, sich eine überwältigende Mehrheit in der Nationalversammlung zu sichern.

Ob der politische Newcomer Macron mehr kann als Wahlwunder vollbringen, wird vom Erfolg ‒ oder Scheitern ‒ des Wirtschaftsprogramms seiner Regierung abhängen.

Für Freunde Frankreichs und eines vereinten Europas ist Macrons Wahlsieg zweifellos eine Erleichterung gewesen. Und in den Anfangstagen seiner Präsidentschaft steht auch die französische Öffentlichkeit hinter ihm: Jüngsten Umfragen zufolge liegt seine Zustimmungsquote bei 62%. Wohlwollen kann aber auch schnell wieder schwinden, und deshalb muss Macron den Beginn seiner Amtszeit nutzen, um Reformen in den Bereichen Fiskalpolitik, Steuern, Arbeitsmarkt und Bildung durchzuführen, um nur einige zu nennen, in denen Veränderungen längst überfällig sind.

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