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Der lange, heiße italienische Sommer

STOCKHOLM – Das politische Chaos und die sozialen Unruhen, die die aktuelle Krise in Italien antreiben, sollten niemanden überraschen. Im Gegenteil: Unklar war lediglich der genaue Zeitpunkt, an dem sich die Lage zuspitzen würde. Dies ist jetzt geschehen.

Das italienische Pro-Kopf-BIP liegt etwa 8% unterhalb des Niveaus von 2007, dem Jahr vor der weltweiten Finanzkrise, die die Große Rezession auslöste. Und die Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds für 2023 lassen erwarten, dass sich Italien selbst dann noch nicht von den kumulierten Leistungseinbußen des letzten Jahrzehnts erholt haben wird.

Von den elf hoch entwickelten Volkswirtschaften, die von der schweren Finanzkrise der Jahre 2007-2009 betroffen waren, ist nur Griechenland in eine tiefere und langwierigere Depression gestürzt. Dabei waren Griechenland und Italien zu Beginn der Krise die beiden Länder mit der höchsten Schuldenlast (109% bzw. 102% des BIP) – und entsprechend schlecht dafür gerüstet, auf große Wirtschaftsschocks reagieren zu können. Seit dem Ausbruch der Krise vor zehn Jahren führten wirtschaftliche Stagnation und teure Bankprobleme dazu, dass die Schulden trotz der außergewöhnlich niedrigen Zinsen der letzten Zeit sogar noch stiegen.

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