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Russian Police forces seen arresting a protester during the demonstration Victor Kruchinin/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Menschenrechte und das Schicksal der liberalen Weltordnung

CAMBRIDGE – Viele Experten haben das Ende der liberalen Weltordnung der Nachkriegszeit einschließlich des in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 enthaltenen Menschenrechtsregimes proklamiert. Die Titelseite von Foreign Policy zeigte kürzlich die weiße Taube der Menschenrechte, durchbohrt von den blutigen Pfeilen der autoritären Reaktion.

Laut den „realistischen“ Theoretikern internationaler Beziehungen lässt sich eine liberale Weltordnung nicht aufrechterhalten, wenn zwei der drei Großmächte – Russland und China – freiheitsfeindlich ausgerichtet sind. In einem Artikel in Foreign AffairsargumentierenYascha Mounk und Roberto Stefan Foa, dass die Ära, in der die liberalen Demokratien des Westens die führenden kulturellen und wirtschaftlichen Mächte der Welt waren, sich nun dem Ende zuneigen könnte. Innerhalb der nächsten fünf Jahre würde „der Anteil des weltweiten Einkommens, das auf als ‚unfrei‘ geltende Länder – wie etwa China, Russland und Saudi-Arabien – entfällt, den von den liberalen westlichen Demokratien gehaltenen Anteil übersteigen“.

Dieses Argument ist aus mehreren Gründen problematisch. Zunächst einmal stützt es sich auf eine Messgröße, die als „Kaufkraftparität“ bezeichnet wird und für einige Zwecke nützlich ist, aber nicht zum Vergleich des internationalen Einflusses taugt. Bei Ansatz der aktuellen Wechselkurse beträgt Chinas jährliches BIP zwölf und Russlands 2,5 Billionen Dollar, verglichen mit der 20-Billionen-Dollar-Volkswirtschaft der USA. Doch der schwerwiegendere Fehler besteht darin, so unterschiedliche Länder wie China und Russland als autoritäre Achse in einen Topf zu werfen. So etwas wie die berüchtigte „Achse“ zwischen Nazideutschland und seinen Verbündeten aus den 1930er Jahren gibt es heute nicht.

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