Jean-Claude Juncker delivers his State of the Union speech at the European Parliament Patrick Herzog/Getty Images

Die Reform der Währungsunion bleibt ein Luftschloss

CAMBRIDGE – Politik wird immer vor Ort gemacht ‒ in den USA gilt diese Wahrheit als gesetzt. Das gleiche Prinzip lässt sich (bis zu einem gewissen Grad) offenbar auf die Europäische Union anwenden, deren Agenda letztlich von der nationalen Politik wichtiger Mitgliedstaaten abhängt.

Dies gilt in besonderem Maße für die Institutionen der Eurozone, die ‒ darüber herrscht weitgehend Einvernehmen ‒ dringenden reformiert werden müssen. Und tatsächlich war eine Stärkung der Eurozone der gemeinsame Nenner der wichtigen Reden von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron im vergangenen Monat.

In seiner Rede zur Lage der Union hat Juncker seine kühne Vision für die Zukunft Europas skizziert. Er hat an die EU appelliert, ihre Bankenunion zu vollenden, ein (vollständig in die Kommission integriertes) europäisches Finanzministerium zu schaffen und die Haushaltskapazität auf EU-Ebene zu vergrößern.

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