krauss47_Matt CardyGetty Images_dollar euro Matt Cardy/Getty Images

Der Brexit-Segen für Europa und die USA

STANFORD – Die meisten Europäer sind glücklich darüber, dass Joe Biden der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird. Ob sie erkennen, dass Bidens Wirtschaftspolitik dem Euro und Europa Probleme bringen wird, ist eine andere Sache. Jedenfalls wird die neue US-Regierung versuchen, den Euro gegenüber dem Dollar stark zu halten, um die amerikanische Wirtschaft zu stützen.

Zweifellos wird das Weiße Haus unter Biden die US-Notenbank Federal Reserve unter Druck setzen, den Wert des Dollar niedrig zu halten, um die Ausgaben gegen die Folgen der Pandemie, für die Umwelt und für die Infrastruktur erhöhen zu können – unabhängig davon, wie viel zusätzliche Haushaltsstimuli sie dem Kongress entlocken kann. Und da der Fed-Vorsitzende Jay Powell bereits Donald Trump so viele Gefallen getan hat, wird er Biden dies ebenfalls nicht abschlagen können. So gesehen war es genial von Biden, Janet Yellen zur Finanzministerin zu ernennen. Als Powells Vorgängerin bei der Fed hat sie dort immer noch erheblichen Einfluss. So wettet die Wall Street aus gutem Grund für die nächsten ein oder zwei Jahre massiv gegen den Dollar.

Diese erwartete Wirtschaftspolitik Bidens wird dramatische Folgen für die europäische Wirtschaft haben, die immer noch stark von Exporten abhängig ist. 2019 fielen 46,9% des deutschen, 31,8% des französischen und 31,5% des italienischen BIP auf den Export. Also können es sich die Europäer nicht leisten, untätig zu bleiben, bis der Euro so stark ist, dass er ihre Exporte abwürgt.

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