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Die Rückkehr der Immobilienblase

CAMBRIDGE – Durch die Finanzkrise von 2008-2009 wurde eine erhebliche Schwäche in der Struktur des globalen Finanzsystems sichtbar: ein Übernachtmarkt für Hypothekenpapiere, der das damalige Platzen der Immobilienblase nicht verkraften konnte. Bis heute, etwa neun Jahre später, wurde dieses Problem immer noch nicht zufriedenstellend gelöst.

Als damals die Krise ausbrach, verliehen Unternehmen und Investoren in den Vereinigten Staaten ihr überschüssiges Bargeld über Nacht an die Banken und andere Finanzinstitute, die das Geld dann am nächsten Morgen einschließlich Zinsen zurückzahlen mussten. Da die Einlagenversicherungen der Banken nur Summen bis zu 100.000 Dollar abdeckten, legten Investoren, die Millionenbeträge zur Verfügung hatten, ihr Geld oft am Übernachtmarkt an, und verwendeten hochgradig verlässliche US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit als Sicherheit.

Diese Übernachtgläubiger konnten aber noch höhere Renditen erzielen, wenn sie riskantere Hypothekenpapiere als Absicherung verwendeten. Viele von ihnen konnten dieser Versuchung nicht widerstehen. So wurden auf dem völlig überhitzten US-Immobilienmarkt bald Billionen umgesetzt.

Schnell wurde allerdings klar, dass die gebündelten Anlageprodukte, die hinter diesen Transaktionen steckten, häufig ziemlich instabil waren, da sie aus Hypotheken bestanden, deren Qualität immer geringer wurde. Spätestens 2009 gerieten die Unternehmen dann in Panik. Die Idee, gebündelte Hypotheken als Sicherheit für über Nacht angelegte Gelder zu verwenden, geriet immer mehr in Verruf. Daher wurden diese Gelder aus dem Finanzsystem abgezogen, das aber inzwischen davon abhängig geworden war und deshalb zum Erliegen kam. Die Angst nahm zu, es wurden keine Kredite mehr vergeben, und die Wirtschaft geriet in eine Rezession.