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Der Fusionsmythos

Frankreich ist man derzeit eilig um den Bau des Internationalen Thermonuklearen Experimentellen Reaktors (ITER) bemüht. Dieser soll zeigen, dass für den Betrieb von Nuklearreaktoren die Kernfusion genutzt werden kann. ITER wird oft als langfristige Lösung für das Problem der globalen Erwärmung präsentiert, weil die Kernfusion eine unerschöpfliche und saubere Energiequelle sei. Aber ITER wird nichts dergleichen tun.

Bei der Kernspaltung, auf welcher heute die Erzeugung von Nuklearstrom beruht, werden Schwerelemente wie Uran in kleinere Elemente aufgespalten, während bei der Kernfusion kleine Elemente wie beispielsweise Wasserstoff verschmolzen werden und schwerere Elemente (Helium) bilden. Sowohl Kernspaltung wie Kernfusion erzeugen große Mengen Energie.

Einige führende Politiker erklären uns, die Kernfusion sei das, was auch in der Sonne ablaufe, und dank ITER würden wir diese Kraft nutzbar machen können. Häufig fügen Sie hinzu, dass die Kernfusion – weil dabei der im Meerwasser enthaltene Wasserstoff verbrannt werde – eine unerschöpfliche Energiequelle sei.

Leider wissen unsere politischen Führer wenig von den wissenschaftlichen Fragen, um die es hier geht. Dass die Kernfusion Energie freisetzt, ist seit der Erfindung der Wasserstoffbombe bekannt. Aber sie unter Kontrolle zu halten, ist für die Forschungsinstitute noch immer ein grundlegendes Problem, keine unwesentliche technische Schwierigkeit, die sich problemlos bewältigen ließe.