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Die Verringerung der Armut und Ungleichheit in den USA

CAMBRIDGE – Angesichts dessen, dass in nur sechs Monaten in den USA der Präsident und der Kongress neu gewählt werden, ist es an der Zeit, die Programme der Regierung zur Hilfe für die Armen neu zu überdenken. Während der aktuellen Wahlperiode war die Sorge über das Thema der Ungleichheit weit verbreitet. Um dieses Problem zu lösen, sollte nicht der Erfolg bestraft, sondern die Armut reduziert werden.

Die Regierung der Vereinigten Staaten gibt heute über 600 Milliarden Dollar jährlich für Programme aus, die den Armen helfen sollen. Dies entspricht etwa 4% des US-amerikanischen BIP. Die Hälfte dieser Ausgaben sind für Gesundheitsprogramme wie Medicaid und die Subventionen der Gesundheitsversicherung des Affordable-Care-Gesetzes von 2010 (die so genannte Obamacare). Die andere Hälfte geht an ein komplexes Bündel von Programmen wie Lebensmittelmarken, Wohnungssubventionen, Steuergutschriften auf Erwerbseinkommen und Geldzuwendungen.

Dabei betragen die Gesamteinnahmen der US-Regierung aus der Einkommensteuer weniger als 9% des BIP, was bedeutet, dass mit den 4% fast die Hälfte für solche bedarfsgeprüften Programme ausgegeben wird. Die Ausgaben für diese Programme sind auch höher als die Rüstungsausgaben (3,3% des BIP) und die 3,3% des BIP, die für alle anderen optionalen, nicht verteidigungsbezogenen Programme ausgegeben werden.

Aber trotz dieser hohen Kosten liegt der Anteil der Bevölkerung, der in Armut lebt, mit offiziell geschätzten 15% etwa ebenso hoch wie vor 50 Jahren. Experten sind sich allerdings darüber einig, dass die Armutsmaßstäbe der Regierung die Fortschritte, die gemacht wurden, nicht korrekt wiedergeben, da die offiziellen Statistiken nur das Geldeinkommen berücksichtigen und fast alle anderen Transferleistungen der Regierung ignorieren.