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Die EU sollte Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit ausgeben

NEW YORK – Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, hat angekündigt, Europa benötige zum Kampf gegen die COVID-19-Pandemie eine Billion Euro. Mit diesem Geld könne dann ein Europäischer Erholungsfonds gegründet werden. Wo aber soll das Geld herkommen?

Ich schlage vor, dass die Europäische Union die Mittel für einen solchen Erholungsfonds durch die Ausgabe von „Daueranleihen“ mit unbegrenzter Laufzeit beschaffen sollte. Solche Anleihen müssen vom Kreditnehmer nicht zurückgezahlt werden (aber der Emittent kann sie rückkaufen oder ablösen). Diese Emission sollte beim nächsten Europäischen Ratstreffen am 23. April ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Natürlich wäre die Ausgabe solcher Anleihen für die EU etwas völlig Neues, insbesondere in einem solchen Umfang. Aber andere Regierungen haben damit bereits Erfahrungen gemacht. Das bekannteste Beispiel ist Großbritannien, das konsolidierte Anleihen (Consols) verwendet hat, um die napoleonischen Kriege zu finanzieren, und Kriegsanleihen zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs ausgegeben hat. Diese Anleihen wurden in London noch bis 2015 gehandelt, bevor sie schließlich eingelöst wurden. Und in den 1870ern genehmigte der US-Kongress dem Finanzministerium die Ausgabe von Consols, um damit bereits bestehende Anleihen zu ersetzen, was dann auch in den nächsten Jahren geschah.

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