Euro Notes Jim Dyson/Getty Images

Man sollte ein Wachstum in der Eurozone ernst nehmen

LONDON – Ich bin seit mehr als vier Jahren nicht mehr in der Welt der internationalen Finanz- und Wirtschaftsprognosen aktiv, doch vieles, was ich während meiner 30-jährigen Vollzeittätigkeit in diesem Bereich gelernt habe, beeinflusst meine Sicht der Welt noch immer. Eine Lehre bestand darin, die Wirtschafts- und Finanzleistung einer Organisation daran zu messen, wie sie sich im Vergleich sowohl zu ihrem grundlegenden Potenzial als auch zur Marktbewertung ihrer Leistung entwickelt. Wenn man diesen Ansatz auf die wichtigen Volkswirtschaften anwendet, so ergeben sich einige überraschende Beobachtungen und Möglichkeiten.

Zunächst einmal hat sich das weltweite Wachstum anders als allgemein angenommen im bisherigen Verlauf dieses Jahrzehnts nicht besonders enttäuschend entwickelt. Von 2010 bis 2016 stieg die globale Produktion laut Internationalem Währungsfonds um durchschnittlich 3,4%. Das mag weniger sein als der Durchschnitt der Jahre 2000-2010, aber es ist höher als die Wachstumsquote in den 1980er und 1990er Jahren – Jahrzehnten, die normalerweise nicht als wirtschaftlich enttäuschend betrachtet werden.

Eine Aufschlüsselung der Leistung einzelner Länder bietet weitere Erkenntnisse. Trotz erheblicher politischer Traumata entsprach die Entwicklung in den USA und Großbritannien den Erwartungen. China, Indien und Japan haben ihr Potenzial ebenfalls nahezu ausgeschöpft. Außerdem hat, was selten vorkommt, keine wichtige Volkswirtschaft ihr Potenzial dramatisch überschritten.

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