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Die Rückkehr der Großmachtpolitik und die EU

BERLIN – Die Geschichte der europäischen Großmächte, die für die Dauer mehrerer Jahrhunderte hinweg die Welt beherrscht hatten, ging mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und mit der sich daran anschließenden Dekolonisierung zu Ende. Nach 1945 traten an die Stelle der Europäer zwei nichteuropäische Weltmächte, die USA und die Sowjetunion, und eine Vielzahl neuer unabhängiger Staaten.

Allein die USA, als Sieger auf den beiden Kriegsschauplätzen im Pazifik und in Europa, waren stark genug, der damals noch dominanten westlichen Welt eine politische und wirtschaftliche Ordnung zu geben, die, von ihnen militärisch geschützt, auf eine Überwindung von Nationalismus und Protektionismus setzte, zugunsten von machtpolitischer Zusammenarbeit und freiem Handel, und sie schufen dazu internationale Institutionen und ein multilaterales Regelwerk. In Europa entwickelte sich daraus eine neue (west-) europäische Staatenordnung, die EU.

Mit der Selbstauflösung der Sowjetunion Weihnachten 1991 blieben die USA dann als alleinige Supermacht in einem unipolaren globalen Staatensystem zurück, was diese schnell überforderte und in einem unsinnigen Krieg im Irak endete. Seitdem sind bei der Supermacht die Signale auf Rückzug gestellt, sowohl unter Barack Obama als auch unter Donald Trump.

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