Thomas Trutschel/Getty Images

Es lohnt sich, die Energieeffizienzpolitik zu überdenken

KRAKAU – Die Verbesserung der Energieeffizienz ist ein Trend, der von Regierungen weltweit gerne unterstützt wird. Auf dem Papier wirkt es wie ein Selbstläufer: Die Steigerung der Energieeffizienz wird als kostensenkend, Arbeitsplätze schaffend und als Rettung unseres Planeten verkauft. Eine Win-win-win-Strategie – und die Medien tragen häufig dazu bei, die Sache zu besiegeln, indem sie sich einzig und allein den vermeintlichen Vorteilen widmen. Doch es gibt eine Kehrseite.

Nachdem das Vereinigte Königreich 240 Millionen Pfund (knapp 288 Millionen Euro) für sein Vorzeigeprogramm zur Energieeffizienz ausgegeben hat, ist die staatliche Förderung vergangenes Jahr eingestellt worden, nachdem ein vernichtender Bericht des britischen Rechnungshofes gezeigt hat, dass das Programm weder potenzielle Darlehensnehmer angelockt hat, noch denen, die sich dafür entschieden hatten, kosteneffiziente Energiesparmaßnahmen beschert hat. Den Rechnungsprüfern zufolge hat die Maßnahme      „Hauseigentümer nicht überzeugt, dass es sich lohnt in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu investieren“ und „keinen bedeutenden Nutzen gehabt“.

Und eine viel gepriesene Maßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz in Kalifornien fiel deutlich weniger überzeugend aus, nachdem sich der Umweltökonom Arik Levinson eingehend damit beschäftigt hat, ein ehemaliger leitender Ökonom für Umweltfragen beim Council of Economic Advisers unter Präsident Barack Obama. Als die Effizienzstandards eingeführt wurden hat die kalifornische Energiebehörde prognostiziert, dass nach diesen Auflagen errichtete Gebäude 80% weniger Energie verbrauchen würden – eine phänomenale Leistung.

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