Einbahnstraße Klonen

Irgendwann in den nächsten zwei Jahren wird wahrscheinlich ein Mensch geklont. Ob einem bei dieser Vorstellung kalte Schauer über den Rücken laufen oder nicht, fest steht jedenfalls, dass dies nicht außerhalb des gesetzlichen Rahmens und auch nicht an einem schummrigen, abgelegenen Ort geschehen wird. Das medizinische, wissenschaftliche, juristische und politische Establishment wird dieses Vorhaben in jeder Hinsicht unterstützen. Dennoch wird dieser Klon das britische Labor, in dem er gezüchtet wurde, nie verlassen.

Im Januar dieses Jahres wurde in Großbritannien eine Form des Klonens, das „therapeutische Klonen” (genauer gesagt, das Ersetzen des Zellkernes) legalisiert. Wie im Falle der in-vitro Fertilisation waren die Briten die ersten, die eine moralisch umstrittene Technologie in einen gesetzlichen Rahmen fassten. Die Welt wartet nun gespannt darauf, was als nächstes geschieht.

Das Ganze ist wie ein Drehbuch von Woody Allen, allerdings von hinten gelesen. In Allens Film Der Schläfer aus dem Jahre 1973 wollte man aus der erhaltenen Nase einen Hitler-Klon herstellen. Statt aus Körperteilen oder Zellen einen Menschen zu klonen - wie im Fall des reproduktiven Klonens -, hoffen die Wissenschaftler nun umgekehrt darauf, aus Menschen Körperteile durch Klonen zu gewinnen.

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