Thousands of protesters from the provinces and from the suburbs of the Argentine capital march towards the Plaza de Mayo in Buenos Aires EITAN ABRAMOVICH/AFP/Getty Images

Die Wurzeln von Argentiniens überraschender Krise

NEW YORK – Der Währungsschock, den Argentinien im letzten Monat erlitt, hat viele überrascht. Tatsächlich hatte eine Reihe riskanter Wetten, die die argentinische Regierung seit Dezember 2015 eingegangen war, die Anfälligkeit des Landes erhöht. Unklar war lediglich, wannArgentiniens Volkswirtschaft auf die Probe gestellt werden würde. Und als es soweit war, fiel Argentinien durch.

Das Land hatte, als Präsident Mauricio Macri Ende 2015 sein Amt antrat, eine Anzahl makroökonomischer Ungleichgewichte zu bewältigen. Frühe Maßnahmen umfassten die Abschaffung der Wechselkurs- und Kapitalkontrollen und die Senkung der Steuern auf Rohstoffexporte. Argentinien verschaffte sich nach einem Vergleich mit sogenannten „Geierfonds“ in einem mehr als ein Jahrzehnt währenden Schuldenstreit zudem wieder Zugang zu den internationalen Kreditmärkten.

Die Regierung verfolgte einen neuen makroökonomischen Ansatz, der sich auf zwei Säulen stützte: die allmähliche Verringerung des Primärdefizits und ein ehrgeiziges Programm der Inflationssteuerung, dass das jährliche Preiswachstum in nur drei Jahren wieder auf einen einstelligen Wert absenken sollte.

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