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Doing Business gehört abgeschafft

NEU-DELHI – Der Index Doing Business der Weltbank war schon seit seiner Einführung im Jahr 2003 konzeptionell und operativ suspekt, doch erst jüngst haben auch etablierte Ökonomen begonnen, ihn zu kritisieren. Obwohl das jüngste Eingeständnis einiger der Probleme durch die Bank selbst begrüßenswert ist, hat der Index den Entwicklungsländern bereits enorme Probleme bereitet und sollte abgeschafft werden.

Die Bank war aufgrund von „Unregelmäßigkeiten“ bei den Indexdaten bereits gezwungen, die Veröffentlichung des Index auszusetzen. Das jüngste Bohei betrifft jetzt eine direkte Verfälschung von Daten. Anscheinend wurden Daten aus vier Ländern – Aserbaidschan, China, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten – in unangemessener Weise verändert, und zwar zumindest für die Jahre 2017 und 2019 (was also die Berichte von Doing Business der Jahre 2018 und 2020 berührt). Womöglich hat es noch weitere Unregelmäßigkeiten gegeben. Die Bank hat eine „systematische Überprüfung“ der Daten der letzten fünf Jahre begonnen, eine unabhängige Prüfung des Verfahrens eingeleitet und zugesagt, die Daten der am stärksten betroffenen Länder zu korrigieren.

Doch ist dies, verblichen mit all den anderen den Index betreffenden Problemen, eine untergeordnete Frage. Der damalige Chefökonom der Bank Paul Romer hat in seiner beißenden Kritik des Tools aus dem Jahre 2018 einige dieser Probleme herausgestellt. Laut Romer resultierten die meisten Änderungen an Länder-Rankings während der vorherigen vier Jahre aus wiederholten methodologischen Änderungen, die der politischen Orientierung der nationalen Regierungen größeres Gewicht verliehen.

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