Chris Van Es

Wenn Ärzte töten

PRINCETON: Von all den Argumenten, die gegen die Sterbehilfe vorgebracht werden, ist das einflussreichste das so genannte „Slippery-Slope-Argument“: dass wir, wenn wir es Ärzten erst einmal erlauben, Patienten zu töten, nicht in der Lage sein werden, diese Tötungen auf jene zu beschränken, die tatsächlich sterben wollen.

Es gibt – selbst nach vielen Jahren legaler ärztlich begleiteter Selbsttötungen oder Sterbehilfe in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, der Schweiz und im US-Staat Oregon – keine Belege für diese Behauptung. Doch jüngste Enthüllungen darüber, was nach dem Hurrikan Katrina in einem Krankenhaus in New Orleans passierte, verweisen auf eine echte Gefahr aus anderer Quelle.

Als New Orleans im August 2005 überflutet wurde, wurde das Memorial Medical Center, ein kommunales Krankenhaus, in dem sich mehr als 200 Patienten aufhielten, durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten. Drei Tage nach dem Hurrikan war das Krankenhaus ohne Strom, die Wasserversorgung war ausgefallen, und es gab keine Toilettenspülung mehr. Einige auf Beatmungsgeräte angewiesene Patienten starben.

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