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Das Veto der Hamas

GAZA-STADT – Mit der Aufnahme direkter Friedensgespräche zwischen Palästinensern und Israelis wurde eine 20 Monate dauernde Pattsituation beendet und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nimmt persönlich an diesen Verhandlungen teil. Allerdings stehen diese schwierigen Gespräche vor enormen Herausforderungen, vor allem durch die Hamas, die sicherstellen möchte, dass nichts ohne ihre Zustimmung passiert.

Die Hamas lehnt alle direkten Friedensverhandlungen mit Israel ab und hat angekündigt, die aktuellen Gespräche durch Gewaltakte zu sabotieren. Der erste Anschlag erfolgte am Vorabend der Gespräche, als die militärische Unterorganisation der Hamas, die Qassam-Brigaden, israelische Siedler in Hebron aus dem Hinterhalt angriffen und vier Menschen töteten.

Die Hamas verkündete,  ihre Attacken nicht von Gaza, sondern vom Westjordanland aus fortzusetzen. Seit dem Krieg in Gaza im Jahr 2008 erklärten Hamas-Anführer wiederholt, dass sie keine weiteren israelischen Angriffe provozieren möchten, die sie um ihre Regierungsämter bringen könnten.

Für Israel besteht kein Unterschied zwischen Hamas-Angriffen aus dem Westjordanland oder aus Gaza. Dennoch könnte ein groß angelegter israelischer Angriff auf die Hamas-Bastion Gaza als Reaktion auf Angriffe vom Westjordanland die Verhandlungen zum Stillstand bringen.