Erinnerung an den ersten „Krieg gegen den Terror"

Im Juni begingen die Führer der NATO-Staaten den 60. Jahrestag der Invasion des von den Nazis besetzten Frankreichs durch die Alliierten, des so genannten „D-Day". Die Gelegenheit, des Beginns des Ersten Weltkriegs vor 90. Jahren zu gedenken - der zu Elend führte, dessen Widerhall bis ans Ende des 20. Jahrhunderts zu verspüren war - ließen Sie im August dann verstreichen. Dabei sind die Lektionen dieses großen Krieges heute nicht weniger wichtig, insbesondere für die Vereinigten Staaten.

Die Ursachen des Ersten Weltkriegs haben die Öffentlichkeit und die Geschichtsforscher lange Zeit verwirrt. Verglichen mit der übrigen Welt, befand sich Europa damals auf dem Gipfel seiner Wirtschaftsmacht. Zwischen den wichtigen europäischen Ländern herrschte seit Jahrzehnten mehr oder weniger durchgehend Frieden. Ein Technologieboom war dabei, die Weltwirtschaft zu revolutionieren - ja, sie zu globalisieren. Den zunehmend wohlhabenderen Europäer erschien der Sommer des Jahres 1914 als eine friedliche, behagliche Zeit. Wie sich herausstellen sollte, war es für Jahrzehnte der letzte echte Frieden, den sie erleben sollten.

In jenem Juli ermordeten Terroristen in Bosnien den habsburgischen Erzherzog Franz Ferdinand. Österreich reagierte darauf mit dem Einmarsch in das Bosnien benachbarte Serbien, eine aufstrebende slawische Macht. Russland machte mobil, um Serbien zu unterstützen, während Deutschland einen „Präventivkrieg" gegen Frankreich und Russland begann und dabei Frankreich auf dem Wege über Belgien angriff. Großbritannien kam Belgien und Frankreich zur Hilfe. Ende September war Europa von einem allgemeinen Flächenbrand erfasst.

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