Rosneft's President Igor Sechin  and Vladimir Putin Sasha Mordovets/Getty Images

Der letzte Silowik?

MOSKAU – Präsident Wladimir Putins Regime ist mindestens so undurchsichtig wie jedes andere, das Russland bisher beherrscht hat, und derzeit zeichnet sich ein neues Rätsel ab. Steht der Sturz Igor Sechins – dem vielleicht Mächtigsten der St. Petersburger Silowiki, die vor 18 Jahren halfen, Putins Regime zu etablieren – bevor?

Die Silowiki, die aus dem Sicherheits- und Militärapparat hervorgegangenen grauen Männer, haben in Russland während der letzten Generation das Sagen gehabt. Sechin hat eine noch bedeutendere KGB-Karriere als Putin selbst hinter sich und hatte viele Schlüsselposten in der Regierung seines Patrons inne. Seit 2012 ist er CEO des staatseigenen Ölriesen Rosneft, Russlands drittgrößtem Unternehmen (nach Gazprom und Lukoil), dessen Aufsichtsratsvorsitzender seit September der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder ist.

Unter Sechins Führung hat sich Rosneft zu einem Staat im Staate mit einer Viertelmillion Mitarbeitern, einem Umsatz von 65 Milliarden Dollar und 50 Tochtergesellschaften im In- und Ausland entwickelt (so viele wie Gazprom). Zudem hat Rosneft stärker noch als Gazprom seit 2004, als es nach der Inhaftierung des Yukos-Chefs und Putin-Gegners Michail Chodorkowsky wegen Betrugs- und Veruntreuungsvorwürfen dessen Unternehmen übernahm, dem Modus Operandi des Putinsystems den Weg bereitet.

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