aslund61_Photo by Evgeny SinitsynXinhua via Getty_putin meeting Photo by Evgeny Sinitsyn/Xinhua via Getty

Russlands Bärenwirtschaft

WASHINGTON, DC – Vor nur wenigen Jahren waren Investmentbanker gegenüber den Schwellenländern, die sie als unterbewertet und chancenreich sahen, sehr optimistisch eingestellt. Nun aber fallen die Wachstumsraten in Lateinamerika, der ehemaligen Sowjetunion, Afrika und im Nahen Osten nach einer kurzen Erholung beinahe wieder in die Stagnation zurück. In dieser Hinsicht ist Russland, das seit 2014 kein echtes Wachstum mehr verzeichnen konnte, ein trauriges Vorbild.

Laut einer alten sowjetischen Redensart gibt es in der Landwirtschaft vier Probleme: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Entsprechend dieser Logik macht der russische Präsident Wladimir Putin „äußere Mächte“ und die globalen Ölpreise für die Misere seines Landes verantwortlich – obwohl er für seine unsolide Wirtschaftspolitik und die westlichen Sanktionen ganz allein verantwortlich ist.

Dass es in Zentral- und Osteuropa wirtschaftliche Divergenzen gibt, ist kein Zufall. Die Länder, die der Europäischen Union beigetreten sind, konnten ihre Wirtschaftspolitik verbessern und ihr BIP dem der westeuropäischen Staaten annähern. Zwischen 2014 und 2019 wuchsen Ungarn, Polen und Rumänien um durchschnittlich 3,9%, 4,1% und 4,7% im Jahr.

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