pesticide farmer crops Mohammed Asad/Corbis/Getty Images

Pruitt und die Bedrohung durch Pestizide

IBADAN, NIGERIA – In einem neuen Bericht stellen die Vereinten Nationen (UN) den Einsatz synthetischer Pestizide infrage. Der gängigen Meinung nach sind diese für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung unentbehrlich, die bis 2050 auf neun Milliarden Menschen anwachsen wird. Die Autoren des Berichts bezeichnen unsere Abhängigkeit von synthetischen Pestiziden jedoch als „eine kurzfristige Lösung, die das Recht auf angemessene Ernährung und Gesundheit für gegenwärtige und künftige Generationen untergräbt“. Sie haben recht.

Als Wissenschaftlerin aus Nigeria, die sich schwerpunktmäßig mit der Verringerung von Nachernteverlusten befasst, habe ich mit eigenen Augen gesehen, was passiert, wenn der Einsatz synthetischer Pestizide nicht adäquat reguliert wird. Trotzdem halten weite Teile der Welt weiter an der gängigen Meinung fest ‒ mit verheerenden Folgen für die öffentliche Gesundheit.

Die Vereinigten Staaten sind offenbar im Begriff, ihren ohnehin schon umfassenden Einsatz von Pestiziden weiter zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde der bisherige Justizminister von Oklahoma, Scott Pruitt, als Chef der US-Umweltbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) bestätigt. Pruitt, der die EPA in seinem bisherigen Job mehrfach verklagt hat, scheint entschlossen, ihren Etat massiv zu kürzen und zahlreiche Vorschriften abzuschaffen, die für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit unverzichtbar sind, unter anderem in Bezug auf Pestizide.

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