venezuelan security forces RAUL ARBOLEDA/AFP/Getty Images

Wie sich ein Krieg in Venezuela vermeiden lässt

NEW YORK – Einen Monat, nachdem der Sprecher der venezolanischen Nationalversammlung Juan Guaidó erklärte, dass er die Befugnisse der gegenwärtig von Nicolás Maduro gehaltenen Präsidentschaft übernehme, ist die politische Krise im Lande alles andere als vorbei. Die Spannungen haben sich derart verschärft, dass ein ausgewachsener Bürgerkrieg – ein noch vor Wochen scheinbar unplausibles Szenario – inzwischen zunehmend möglich wird. Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen an Venezuelas Grenzen vom Wochenende, bei denen Regierungstruppen das Feuer auf Oppositionelle eröffneten, die versuchten, Hilfskonvoys ins Land zu holen, starben mindestens vier Menschen, und hunderte wurden verletzt.

Das Maduro-Regime ist ein autoritäres, militarisiertes Regime, das bereit ist, Zivilisten zu töten, um sich an der Macht zu halten. Die Gesellschaft ist bitterlich gespalten zwischen den von Hugo Chávez, Maduros Amtsvorgänger, inspirierten Revolutionären und einer großen benachteiligten Opposition. Jede Seite verabscheut die andere. Dies wirft eine komplexe praktische Frage auf: Was kann man tun, um Venezuela vom Bürgerkrieg weg und in Richtung einer friedlichen und demokratischen Zukunft zu lenken?

Bei dieser großen Herausforderung hat sich die Regierung von US-Präsident Donald Trump schwer verkalkuliert. Als sich die USA – gemeinsam mit einer Gruppe lateinamerikanischer Länder – entschieden, Guaidó als Venezuelas Präsidenten anzuerkennen und den Ölhandel mit der Regierung Maduro zu unterbinden, setzten sie darauf, dass der Druck ausreichen würde, um das Regime zu stürzen. Wie ein früherer leitender US-Regierungsbeamter gegenüber dem Wall Street Journal erklärte: „Sie dachten, das wäre eine Sache von 24 Stunden.“

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