A Rohingya woman Anadolu Agency/Getty Images

Ist Südasien der neue Mittlere Osten?

PARIS – Der Mittlere Osten wird häufig als Region betrachtet, die durch Gefühle kollektiver Demütigung und gewaltsame Rivalitäten sowohl innerhalb von als auch zwischen Ländern überwältigt wird. Doch Südasien leidet unter einigen derselben Kräfte, was sich in der steilen Zunahme des buddhistischen Nationalismus in Myanmar widerspiegelt, wo derzeit die muslimischen Rohingya aus dem Lande vertrieben werden, und im Hindu-Nationalismus in Indien unter der Partei Bharatiya Janata von Ministerpräsident Narendra Modi.

Die gute Nachricht für Südasien ist, dass eine „mittelöstliche“ Zukunft keine Zwangsläufigkeit ist. Doch die bloße Möglichkeit lässt den überhitzten Zustand erkennen, den der häufig in religiöse Begriffe gefasste Aufstieg des Nationalismus innerhalb der Region hervorbringt. Es ist, als würde der zunehmende Fundamentalismus innerhalb des Islam nun den Fundamentalismus in anderen Religionen anheizen.

Besonders düster ist die Lage für die Rohingya. Seit August verfolgt das Militär eine brutale Kampagne, die, auch wenn sie sich offiziell darauf konzentriert, militanten Rohingya Einhalt zu gebieten, gegen Zivilisten zielt und bei der komplette Dörfer niedergebrannt wurden, was hunderttausende von Rohingya zur Flucht ins benachbarte Bangladesch gezwungen hat.

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