Valery Hache/AFP/Getty Images

Eine gefährlichere Form des Globalismus

PRINCETON – „Amerika zuerst” poltert Donald Trump. „Großbritannien zuerst” sagen die Befürworter des Brexit. „Frankreich zuerst“ frohlocken Marine Le Pen und ihr Front National. „Russland zuerst“ verkündet man in Wladimir Putins Kreml. Angesichts einer derartigen Betonung der nationalen Souveränität heutzutage, scheint die Globalisierung wohl dem Untergang geweiht.

Das ist sie nicht. Die aktuelle Auseinandersetzung dreht sich nicht um Globalismus versus Antiglobalismus. Vielmehr stehen sich in der Welt von heute zwei Integrationsmodelle gegenüber: das eine ist multilateral und internationalistisch ausgerichtet, das andere bilateral und imperialistisch. Während der gesamten Moderne bewegte sich die Welt zwischen diesen beiden Polen.

Seit 1945 haben die Internationalisten die Oberhand. Sie befürworten Kooperation und multilaterale Institutionen zur Förderung globaler öffentlicher Güter wie Frieden, Sicherheit, Finanzstabilität und ökologische Nachhaltigkeit. Ihr Modell schränkt nationale Souveränität durch verbindliche gemeinsame Normen, Konventionen und Verträge ein.

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