nierenberg1_FrédéricSoltanCorbisviaGettyImages_peruviangirlinwheatfield Frédéric Soltan/Corbis via Getty Images

Brot ist mächtiger als eine Mauer

NEW ORLEANS – Das Wort „Migration” ruft Bilder von Kriegen, Naturkatastrophen und bitterer wirtschaftlicher Not hervor. Allesamt triftige Gründe für Menschen, weit weg von zu Hause Zuflucht zu suchen. Die stärkste Triebkraft für Migration könnte jedoch Nahrung sein – oder vielmehr der Nahrungsmangel.

Im Jahr 2017 waren etwa 821 Millionen Menschen weltweit – also ungefähr jeder neunte – mit chronischem Nahrungsentzug konfrontiert. Obwohl man bei der Verringerung des extremen Hungers einige Fortschritte erzielte, steigt die Gesamtzahl der unter chronischem Hunger leidenden Menschen weiter an.

Der Zusammenhang mit Migration liegt klar auf der Hand. Wenn Menschen in Afrika, im Nahen Osten und in Lateinamerika sich und ihre Familien nicht ernähren können, verlassen sie oftmals ihre Heimat. Laut einer Studie des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WEP), lässt jede Steigerung der Ernährungsunsicherheit um einen Prozentpunkt die Flüchtlingsströme um 1,9 Prozent anschwellen.  

We hope you're enjoying Project Syndicate.

To continue reading, subscribe now.

Subscribe

or

Register for FREE to access two premium articles per month.

Register

https://prosyn.org/ZSsDy5cde