President of Lebanon Michel Aoun Anadolu Agency/Getty Images

Die Spielwiese Gottes im Nahen Osten

PARIS – In seinem Klassiker über die Geschichte Polens beschreibt Norman Davies das Land im 18. Jahrhundert als die „Spielwiese Gottes.“ Diese Beschreibung könnte man auf den Libanon von heute auch anwenden. Ebenso wie Polen damals leidet der Libanon unter einer Kombination aus zu schwachen nationalen Institutionen und zu starken Nachbarn.

In den letzten Monaten war der Libanon – mehr als jedes andere Land mit Ausnahme Syriens – im Kreuzfeuer zwischen dem Iran und Saudi Arabien gefangen. Der Iran hat im Irak und Syrien an Einfluss gewonnen und zwar aufgrund der effektiven militärischen Niederlage des Islamischen Staates (IS), von der der Iran noch stärker profitierte als Russland. Gleichzeitig erlebt Saudi Arabien, der schärfste Rivale des Iran, einen innenpolitischen Machtkampf wie es ihn jahrzehntelang nicht gab. Dies sogar während das Land versucht, die sunnitisch muslimische Welt in ihrer Auseinandersetzung mit dem schiitischen Islam anzuführen.

Womöglich als Reaktion auf eine empfundene Einmischung des Iran war der (als MBS bekannte) junge und ambitionierte saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman in den letzten Wochen politisch, sozial, diplomatisch und militärisch hyperaktiv. Für MBS sind die von ihm angestrebten tiefgreifenden Strukturreformen eine Frage von Leben oder Tod seines Landes, das so lange in Erstarrung verharrte.  

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