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Wie soll man Banker bezahlen?

CAMBRIDGE, MASS.: Der Rat der US-Zentralbank hat kürzlich Richtlinien verabschiedet, gemäß welchen die Bankaufsicht als Wächter der Sicherheit und Solidität des Finanzsystems die Vergütungsstrukturen der Führungskräfte der Banken überprüfen soll. Andernorts prüfen die Behörden die Verabschiedung ähnlicher Programme. Doch was für Strukturen sollten die Aufsichtsbehörden anstreben?

Es wird inzwischen weithin anerkannt, dass es wichtig ist, die Banker für langfristige Ergebnisse zu belohnen. Belohnt man sie für kurzfristige Ergebnisse – selbst wenn diese später wieder revidiert werden –, schafft dies Anreize, übermäßige Risiken einzugehen.

Doch bietet die Knüpfung der Vergütung von Führungskräften an langfristige Ergebnisse keine völlig befriedigende Antwort auf die Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Aufsichtsbehörden stehen. Es bleibt die Frage: langfristige Ergebnisse für wen?

Eigenkapitalbasierte Prämien knüpfen die Vergütung der Führungskräfte – im Verbund mit der durch einen hohen Fremdkapitalanteil geprägten Kapitalstruktur der Banken – an eine schuldenfinanzierte Wette auf den Wert der Banktitel. Wie Holger Spamann und ich in unserer Untersuchung gezeigt haben, sollten Zahlungen an Führungskräfte an den langfristigen Wert geknüpft sein, den sie nicht nur für die Aktionäre, sondern auch für die anderen Kapitaleinleger der Banken erzielen. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge können Führungskräfte erwarten, an allen Gewinnen teilzuhaben, die den Stammaktionären zufließen; gegen die Folgen von durch ihre Entscheidungen bedingten Verluste der Vorzugsaktionäre und Anleiheschuldner, Kapitaleinleger oder der Regierung (als Bürge der Einlagen) jedoch sind sie abgeschottet.