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Hoffnungslose Arbeitslosigkeit

BERKELEY: Egal, wie schlimm es Ihrer Meinung nach heute zyklisch um die Weltwirtschaft bestellt sein mag – dies ist nur eine Brille, durch die man die Welt betrachten kann. Geht man von der weltweiten Lebenserwartung, dem weltweiten Gesamtvermögen, dem allgemeinen Stand der Technik, den Wachstumsaussichten in den Schwellenländern und der globalen Einkommensverteilung aus, sieht die Lage ziemlich gut aus, während sie in wieder anderen Dimensionen – z.B. der globalen Erwärmung oder der ungleichen nationalen Einkommensverteilung und ihren Folgen für die gesellschaftlichen Solidarsysteme – schlecht aussieht.

Selbst was den Wirtschaftszyklus angeht, gab es schon Zeiten, in denen die Lage viel schlimmer war als heute. Man denke an die Große Depression und die Folgen der damaligen Unfähigkeit der Marktwirtschaften, sich aus eigener Kraft zu erholen, bedingt durch die von der langfristigen Arbeitslosigkeit ausgehenden Belastungen.

Doch obwohl wir diesen Punkt heute noch nicht erreicht haben, ist die Große Depression deshalb nicht weniger relevant für uns, denn es wird immer wahrscheinlicher, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit innerhalb der nächsten zwei Jahre zu einem ähnlichen Hindernis für die wirtschaftliche Erholung entwickeln wird.

Auf ihrem Gipfel im Winter 1933 war die Große Depression eine Form kollektiven Wahnsinns. Die Arbeitnehmer hatten nichts zu tun, weil die Unternehmen niemanden einstellten; die Unternehmen stellten nicht ein, weil sie keinen Markt für ihre Produkte sahen, und es gab keinen Markt für diese Produkte, weil die Arbeitnehmer keinen Verdienst hatten, den sie ausgeben konnten.