Alain Jocard/AFP/Getty Images

Noch eine merkwürdige französische Katastrophe

PARIS – Die „Hungerspiele“ im Vorfeld der französischen Wahlen begannen bei den Linken. Präsident François Hollande wurde von seiner eigenen Sozialistischen Partei zu Fall gebracht. Und der zweite Gang bei diesem Kannibalenbankett war Hollandes Premierminister Manuel Valls.

Zu dieser Zeit lag der Leichnam der einen der beiden größten französischen Parteien nicht nur im Sarg, sondern war schon halb verwest. Und jetzt, wo man erwarten würde, dass der sozialistische Kandidat der Nation mitteilt, was er über Donald Trump, Wladimir Putin und die islamischen Radikalen denkt, fällt ihm nichts anderes ein, als über Rotschlamm, endokrine Disruptoren und die Legalisierung von Marihuana zu reden.

Bei der Rechten erreicht die Katastrophe gerade den Höhepunkt. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wurde frühzeitig ausgeschaltet. Der ehemalige Ministerpräsident Alain Juppé wurde, nachdem er im letzten Jahr schon voreilig als Präsident gehandelt worden war, von seinen eigenen ehemaligen Anhängern gestürzt. Und nach dem Skandal um François Fillon, seinen republikanischen Bezwinger, verlor Juppé die Nerven und gab das Rennen am 6. März endgültig auf.

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