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roach102_WallyMcNameeCORBISCorbisviaGettyImages_ReaganJapanpressconference Wally McNamee/CORBIS/Corbis via Getty Images

Damals Japan, heute China

NEW HAVEN – „Wenn Regierungen das Fälschen oder Kopieren amerikanischer Produkte zulassen, ist das ein Diebstahl unserer Zukunft und kein Freihandel mehr“, äußerte US-Präsident Ronald Reagan in Bezug auf Japan nach Abschluss des Plaza-Abkommens im September 1985. Das heutige Geschehen ähnelt in vieler Hinsicht einem Remake dieses Films aus den 1980er Jahren, mit dem Unterschied, dass ein Reality-TV-Star einen Hollywood-Filmstar in der Hauptrolle des Präsidenten ersetzt hat – und dass es anstelle Japans heute einen neuen Bösewicht gibt.

In den 1980er Jahren wurde Japan als Amerikas größte wirtschaftliche Bedrohung dargestellt – nicht nur aufgrund von Vorwürfen über den Diebstahl geistigen Eigentums, sondern auch aus Besorgnis über Währungsmanipulationen, staatliche Industriepolitik, die Aushöhlung der produzierenden Industrie der USA und ein übergroßes bilaterales Handelsdefizit. Japan gab in seiner Konfrontation mit den USA schließlich nach, aber zahlte einen hohen Preis dafür – fast drei „verlorene“ Jahrzehnte wirtschaftlicher Stagnation und Deflation. Dasselbe Skript ist heute für China vorgesehen.

Ungeachtet des anstößigen Merkantilismus beider Länder hatten Japan und China noch etwas anderes gemeinsam: Sie sind Opfer der unglückseligen Gewohnheit Amerikas, andere zum Sündenbock der eigenen wirtschaftlichen Probleme zu machen. Wie das verbale Einprügeln auf Japan in den 1980er Jahren ist das Einprügeln auf China heute ein Auswuchs der zunehmend heimtückischen gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte Amerikas. In beiden Fällen löste ein dramatischer Mangel an nationalen Ersparnissen in den USA große Leistungsbilanz- und Handelsdefizite aus und bereitete die Bühne für zwei 30 Jahre auseinanderliegende Schlachten mit Asiens beiden Wirtschaftsgiganten.

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