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Angst und Abscheu in der Ersten Welt

In den am meisten entwickelten Ländern der Welt wuchs in den letzten Jahren die Besorgnis über das wirtschaftliche Potenzial von Ländern wie China, Indien und anderer aufstrebender Volkswirtschaften mit einer großen Anzahl billiger Arbeitskräfte. Die Menschen in den Industrieländern bangen um ihre Arbeitsplätze und um die Zukunft ihrer Kinder in einer Welt, in der sie sich einem Konkurrenzkampf mit den Ärmsten der Welt stellen müssen. Diese Ängste sind eine Herausforderung für die politisch Verantwortlichen in den reichsten Ländern der Welt.

Zeitungsartikel sind ein Gradmesser dieser wachsenden Besorgnis. Ich durchsuchte die Lexis-Nexis-Datenbank nach englischsprachigen Zeitungsartikeln aus der ganzen Welt, in denen die Wörter „Outsourcing", „Jobs" und „Indien" vorkamen. Für das Jahr 1999 fand Lexis-Nexis nur 39 Artikel; im Jahr 2003 waren es schon 749 und im ersten Halbjahr 2004 fanden sich bereits 1208 Artikel. Als ich nach den Stichwörtern „Outsourcing", „Jobs" und „China" suchte, erhielt ich die gleichen Resultate.

Einen ähnlichen Anstieg im Gebrauch dieser drei Termini fand ich, als ich meine Suche in anderen Sprachen wie Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch fortsetzte: 90 % der Zeitungsartikel, die alle drei Stichwörter enthielten, erschienen in den Jahren 2003 und 2004.

Warum stieg die Besorgnis derart rasant an? Immerhin haben die Industrieländer schon in den letzten fünfzig Jahren Arbeitsplätze in der Produktion an weniger entwickelte Länder verloren.