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Die Zukunft der EU - „ever closer Union“ oder doch nur ein gemeinsamer Markt

BERLIN – In der Brexit-Debatte und bei dem in Großbritannien anstehenden Volksentscheid über die weitere Mitgliedschaft des Landes in der EU geht es ganz zentral auch um den Charakter der Europäischen Union. Das Vereinigte Königreich möchte ein anderes als das Brüsseler Europa. Es will eine EU, die im Wesentlichen nur aus dem gemeinsamen Markt besteht, ohne all die unnütz erscheinende politische Integration, welche die nationale Souveränität nur unnötig einschränkt.

Auch wenn Großbritannien schon seit langem in dieser Frage über ein „Opt-out“ verfügt, d. h. an diesem Prozess einer immer weiteren Vertiefung der politischen Union überhaupt nicht teilzunehmen gezwungen ist, liegt darin doch der harte ideologische Kern der Kontroverse,

Im Zusammenhang mit der an Fahrt aufnehmenden Brexit Debatte und einer scheinbar wachsenden Europaskepsis in vielen Mitgliedstaaten wird auch auf dem Kontinent immer öfter die Frage aufgeworfen, ob man mit der Idee einer politischen Union die Bevölkerungen nicht überfordern würde, ob man dieses Ziel also nicht besser aufgeben sollte und, ja, ob es transnationaler Regulierung durch Brüssel und einer politischen Union überhaupt bedürfe?

Reiche nicht ein loser Verbund von souveränen Nationalstaaten mit dem harten wirtschaftlichen Kern eines kontinentalen gemeinsamen Marktes, das britische Modell also? Wozu diese ganze komplizierte Integration mit ihrem Schengen, Währungsunion und Brüsseler Regulierungswut, die am Ende doch nicht wirklich funktionieren und nur die Effizienz der Nationalstaaten im internationalen Wettbewerb einschränken?