borrell4_HAZEM BADERAFP via Getty Images_un flag Hazem Bader/AFP via Getty Images

Die EU steht an der Seite der Vereinten Nationen

BRÜSSEL – In einem normalen Jahr wäre ich jetzt in New York für die jährliche Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN). Keine andere Veranstaltung vereint so viele weltpolitische Entscheidungsträger an einem Ort. Sie ist der Höhepunkt des diplomatischen Kalenders. Aber dieses Jahr ist alles andere als normal: Die „Tagungswoche der Generalsversammlung“ findet virtuell statt, die Veranstaltungen werden online abgehalten – ein Format, an das wir uns alle in den letzten Monaten gewöhnt haben.

Dies ist aus mehreren Gründen unglücklich. Die VN feiern ihren 75. Geburtstag, und man hätte sich eine schönere Art gewünscht, diesen zu begehen. Darüber hinaus befindet sich die Welt in einem Zustand, in dem das multilaterale System mit den VN in seiner Mitte vor noch nie dagewesenen Herausforderungen steht – gerade jetzt, wo wir es am meisten brauchen.

Tatsächlich war das Angebot an multilateralen Lösungen noch nie so knapp, und die Nachfrage danach so hoch. Wir sehen täglich, wie engstirniger Nationalismus und strategische Rivalitäten, besonders zwischen den Vereinigten Staaten und China, den VN-Sicherheitsrat und das internationale System lähmen. Von Klimawandel und Rüstungskontrolle über maritime Sicherheit bis zu den Menschenrechten und darüber hinaus: Überall ist festzustellen, dass die weltweite Zusammenarbeit geschwächt, internationale Übereinkünfte aufgekündigt und das Völkerrecht untergraben oder selektiv angewendet wurden.

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