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Wenn „was immer erforderlich ist“ nicht ausreicht

NEW YORK – Bei der Interpretation der Ankündigung der US Federal Reserve vom Wochenende über neue Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie ist es wichtig, Bewegung nicht mit Handeln zu verwechseln.

Es lässt sich argumentieren, dass der jüngste Schritt der Fed zur Lockerung der Geldpolitik beispiellos ist, nicht zuletzt, weil er an einem Sonntagnachmittag bekanntgegeben wurde. Die Fed senkte die Federal Funds Rate um 100 Basispunkte (auf die Spanne von 0-0,25%), was eine deutliche Verringerung der Grenzkosten für die Aufnahme von Bankkrediten durch Unternehmen und private Haushalte darstellen dürfte. Die Fed reaktiviert zudem die quantitative Lockerung (QE). In den kommenden Monaten wird sie ihre Bestände an US-Schatzanleihen um mindestens 500 Milliarden Dollar und ihre Bestände an von den (als Ginnie Mae, Fannie Mae und Freddie Mac bezeichneten) öffentlich-rechtlichen Emittenten ausgegebenen hypothekenbesicherten Wertpapieren um mindestens 200 Milliarden Dollar erhöhen. Und sie wird alle hierfür fälligen Tilgungszahlungen in hypothekenbesicherte öffentliche Schuldtitel umwandeln.

Darüber hinaus hat die Fed kürzlich ihre Repo-Operationen ausgeweitet und angekündigt, dass sie die Kapital- und Liquiditätsvorgaben für die Banken lockern werde. Doch der wichtigste Teil der Ankündigung vom 15. März war die Zusage, in Zusammenarbeit mit den Notenbanken Kanadas, Großbritanniens und Japans, der Europäischen Zentralbank und der Schweizerischen Nationalbank „koordinierte Notenbankmaßnahmen zur Ausweitung der Bereitstellung von US-Dollar-Liquidität“ zu verfolgen. Hierzu wurde der Preis bestehender Dollar-Swaplinien um 25 Basispunkte gesenkt, und die ausländischen Notenbanken werden, was noch bedeutsamer ist, nun „zusätzlich zu den gegenwärtig angebotenen Operationen mit einwöchiger Laufzeit wöchentlich in jedem Land mit 84-tägiger Laufzeit US-Dollar anbieten“.

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