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Shanghai Stock Exchange Featurechina/Ropi/ZumaPress

Die Widersprüche des kommunistischen Kapitalismus in China

BERKELEY – Die jüngsten dramatischen Kurseinbrüche an den Börsen in Shanghai und Shenzhen haben Chinas kommunistische Machthaber auf eine harte Probe gestellt. Solange sich sich die Märkte im Aufwind befanden, irritierte das Paradox einer rigoros kapitalistischen Entwicklung unter der Kontrolle einer der größten und stärksten kommunistischen Parteien nur die akademische Welt und Marxisten der alten Schule. In der Zeit, als die Angehörigen der kommunistischen Parteielite Chinas, sowie deren Verwandte, ausländische Finanzinstitutionen und einige (mit Krediten für Spekulationszwecke ausgestattete) chinesische Kleinanleger  ihre Gewinne einfuhren, machte sich niemand die Mühe, dieses mutierte Geschöpf, von dem alle profitierten, wirklich zu verstehen. 

Mittlerweile allerdings, da die Erkenntnis um sich greift, dass die chinesischen Aktienkurse nicht ewig weitersteigen werden, ergreift die Kommunistische Partei Chinas (CCP) verzweifelte, wenn nicht gar unbeholfene Maßnahmen, um diese Korrektur zu kontrollieren. Sämtliche neuen Börsengänge wurden gestoppt und große Teile des Handels eingeschränkt; die Zentralbank ersuchte den staatlichen Kreditgeber China Securities Finance Corporation, die Anleger zum Aktienkauf zu motivieren und somit die Märkte zu stabilisieren. Mittlerweile ist sogar der Staatsfonds des Landes in die Vorgänge involviert.

Doch anders als in anderen kapitalistischen Ökonomien, stehen den Behörden noch andere Instrumente als Geld zur Verfügung. Wenn Ihnen Ihr Aktienhändler in China rät, Aktien zu verkaufen, muss er darauf achten, nicht als jemand zu gelten, der Gerüchte in die Welt setzt, denn das ist eine strafbare Handlung. Und es gibt Berichte, wonach der Verkauf großer Wertpapierbestände behördliche Untersuchungen nach sich ziehen könnte. Die Störung der öffentlichen Ordnung oder die Herbeiführung finanzieller Instabilität können in China schwere Vergehen darstellen, wo an Verschwörungstheorien über die Bestrebungen der Ausländer zur Schwächung der chinesischen Wirtschaft kein Mangel herrscht.

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  1. roach111_westend61_getty images_shipping trade Westend61/Getty Images

    A Global Economy Without a Cushion

    Stephen S. Roach

    From 1990 to 2008, annual growth in world trade was fully 82% faster than world GDP growth. Now, however, reflecting the unusually sharp post-crisis slowdown in global trade growth, this cushion has shrunk dramatically, to just 13% over the 2010-19 period, leaving the world economy more vulnerable to all-too-frequent shocks.

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