Shanghai shopping road Matteo Colombo/Getty Images

Das Ergründen der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit Chinas

NEW HAVEN – Die chinesische Wirtschaft hat allen Unkenrufen der Schwadroneure des Negativismus einmal mehr getrotzt. Nachdem das reale BIP-Wachstum sechs Jahre in Folge an Fahrt verloren hatte, scheint es 2017 langsam aufwärts zu gehen. Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 6,9% gewachsen, verglichen mit 6,7% im Vorjahreszeitraum, und liegt damit deutlich über den Consensus-Prognosen internationaler Experten, die noch vor einigen Monaten erwartet hatten, dass das Wachstum in diesem Jahr bei 6,5% liegen und sich 2018 weiter auf 6% verlangsamen würde.

Ich mache schon lange geltend, dass die Fixierung auf veröffentlichte BIP-Zahlen dazu führt, dass tiefergehende Fragen übersehen werden, die die Debatte über das chinesische Wachstum prägen sollten. Denn in der chinesischen Wirtschaft vollzieht sich ein außerordentlicher Strukturwandel – ein auf Industrie und Produktion beruhendes Modell weicht einem immer leistungsfähigeren dienstleistungs- und konsumorientierten Modell.

Insofern als dies eine Veränderung der Zusammensetzung des BIP bedeutet, weg von außergewöhnlich raschen Zuwächsen bei Investitionen und Exporten, hin zu einem vergleichsweise langsamer wachsenden Binnenkonsum, ist eine Abschwächung des BIP-Wachstums insgesamt sowohl unvermeidbar als auch wünschenswert. Einschätzungen der Verwundbarkeit Chinas sollten vor diesem Hintergrund vorgenommen werden.

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